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Infotag ökologischer Gemüseanbau am 7. Dez. 2004 in der LVG Ahlem
Das zentrale Thema beim gutbesuchten Infotag am 7. Dez. 2004 in Hannover/Ahlem war der Pflanzenschutz im ökologischen Anbau. Es wurde berichtet über Praktiken und Strategien, die erforderlich sind, um eine möglichst große Anbausicherheit zu gewährleisten und über neue Probleme, die in diesem Jahr verstärkt in Norddeutschland aufgetreten sind.
 Der Einsatz farbiger Mulchvliese
wurde von Olaf Piepenbrock (Uni Hannover) anhand von Versuchen an Kopfsalat und Brokkoli zur Wirkung verschiedener Vliesfarben auf Schädlinge vorgestellt. Die unterschiedliche Reflexion der Mulchfarben führt zu unterschiedlicher Attraktivität der Vliese für Schädlinge und somit zu unterschiedlichen Befallsstärken. Ergebnisse: Kopfsalat: Durch die farbigen Vliese wird der Anflug der Blattläuse gestört, bei dem Einsatz von silbernen Vliesen trat der geringste Befall durch Blattläuse auf. Brokkoli: Für die Kohlfliege stellt der Vlies eine physische Barriere dar, so dass die Eiablage gestört und somit der Befall reduziert wird. Silberne, weiße und rote Vliese sind hier wirksamer als andersfarbige. Es können bis zu 25% höhere Erträge erzielt werden (silberner Vlies). Ebenso wie die Schädlinge werden aber auch die Antagonisten in ihrer Orientierung gestört.
Bedeutende Blattkrankheiten an Möhren und Zwiebeln
Beim Falschen Mehltau an Zwiebeln stellte Dr. Krebs fest, dass im derzeitigen Sortiment keine toleranten Sorten existieren. Die Befallsstärken der getesteten Sorten lagen zwischen 70% (`Profit´, `Bristol´) und 90% (`Barito´). Im Versuch eingesetzte Pflanzenstärkungsmittel (Frutogard, ELOT-Vis) zeigten keine Wirkung. Möhrenschwärze: Sorten mit geringerer Anfälligkeit ( `Rothild´, `Canada´, `Rodelika´) und höherer Anfälligkeit (`Kingston´) existieren. Zur Bekämpfung eingesetzte Kupfermittel weisen nur eine Tendenz zur Reduzierung des Befalls auf. Pflanzenstärkungsmittel zeigten keine Wirkung. Echter Mehltau an Möhren: besonders Cuprozin als eingesetztes Bekämpfungsmittel überzeugt. Der Befall wird reduziert und der Grünanteil erhöht. 15-25% höhere Erträge konnten erzielt werden.
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 Dr. Krebs (Pflanzenschutzamt Hannover): |
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| Florian Rau (Ökoring/KÖN): | |
Nematodenregulierung
Auf Grund der sehr unterschiedlichen Lebensweisen der verschiedenen Nematodengattungen ist eine Regulierung sehr schwierig, wie Florian Rau in seinem Referat ausführte. Pratylenchus stellt die häufigste Nematodengattung dar. Zu den wichtigsten Regulierungsmaßnahmen gegen Nematoden gehören Fruchtfolgegestaltung, Gesundungsfrüchte, Anbau schlechter Wirtspflanzen, Feindpflanzen, Fangpflanzen, Brache und natürlich die Feldhygiene. Der Anbau von Tagetes als Feindpflanze ist sowohl bei der Pratylenchus- als auch bei der Meloidogynebekämpfung sehr wirkungsvoll. Eine Brache ist bei Meloidogyne, nicht aber bei Pratylenchus wirksam. Kombination von Brache und Fangpflanze stellt bei Meloidogyne eine sehr wirkungsvolle Bekämpfungsmethode dar.
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Frau Klingelhofer von der Firma Neudorff referierte über Nützlingseinsatz im Gewächshaus |
Nützlinseinsatz im Gewächshaus
Der Einsatz von Nützlingen stellt keine Belastung für den Anwender oder Verbraucher dar. Rechtzeitiges Erkennen und Kontrollgänge sind für einen erfolgreichen Einsatz von Nützlingen besonders wichtig.
Vorstellung von Schädlingen und deren Nützlingen (z.B. weiße Fliege Û Schlupfwespe, `Spinnmilbe Û Raubmilbe, Thripse Û Raubmilbe, Minierfliege Û Schlupfwespe).
Eine offene Dauerzucht für den Blattlausbereich stellt eine wirkungsvolle und günstige Bekämpfungsmaßnahme dar. Hierzu wird mehltauresistentes Getreide am Rande des GH ausgesät, Getreideblattläuse (bleiben nur auf den Getreidepflanzen) werden ausgesetzt, später dann Schlupfwespen und/oder Gallmücken hinzugesetzt. Diese bekämpfen dann auch Blattläuse im gesamten GH. Wichtig ist, dass das Getreide immer wieder nachgesät und gepflegt werden muss. |
Stärkungsmittel / Ökologische Pflanzenschutz-mittel: Was hilft wirklich?
Es wurde zunächst eine Einführung von Nina Kitzig gegeben, was Pflanzenstärkungsmittel sind, wie sie eingeteilt werden und wie es mit der Anwendung im ökologischen Anbau aussieht. Anschließend wurden Versuche im Gemüsebau mit Pflanzenstärkungsmittel gegen Pilzerkrankungen und Mehrerträge vorgestellt. Die Ergebnisse waren zum größten Teil enttäuschend, da bei den meisten Versuchen kein Unterschied im Auftreten der Krankheiten zur unbehandelten Kontrolle zu erkennen gewesen war, so dass keine allgemeine Empfehlung für die Anwendung von Pflanzenstärkungsmitteln gegeben werden konnten. Jedoch kann gesagt werden, dass folgende Mittel eine Wirkung gegen Pilzerkrankungen gezeigt haben: Elot Vis bei vorbeugender Anwendung bei Tomate und Gurke im Freiland; Vi Care, Elot Vis und Steinhauers Mehltauschreck bei Feldsalat unter Glas sowie Steinhauers Mehltauschreck und Kaliumhydrogencarbonat bei Gurke unter Glas.
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Versuchsergebnisse der LVG
Kohlresistente Sorten (`Kilafur´, `Kilaxy´, `Kilaton´) zeigten in Versuchen ein beeindruckendes Ergebnis von 0% Befall bei gleicher optischer Qualität. Im Gegensatz dazu wiesen nichtresistente Sorten (`Cilion´, `Izidor´) Befalsstärken von 50-80% auf.
Vergleich von gepflanzten Säzwiebeln und Steckzwiebeln: Säzwiebeln wiesen einen geringeren Mehltaubefall auf, konnten den Wachstumsvorsprung der Steckzwiebeln einholen, wiesen am Ende eine schönere Form der Zwiebeln auf. Die Erträge von der Säzwiebel `Summit´ und Steckzwiebel `Sturon´ waren gut, wo hingegen bei der Säzwiebel `Sturon´ ein Ertragsausfall von 30% zu verzeichnen war. |
Ulrike Weier (LVG Ahlem) |
Anbau für den Großhandel
Zwischen Erzeuger und Händler muss Klarheit, Verbindlichkeit und Kommunikation geschafft werden. führte Ulrich Kessler (KÖN) abschließend aus. Anbauplanung und Absatzabsprachen spielen eine wichtige Rolle. Handelsberatungen (wie bei der Firma VOELKEL) sind erfolgreich. zurück
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Vorstellung der CC-Beratung |
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Ab dem 1. Januar 2005 tritt die sogenannte Cross-Compliance Verordnung in Kraft, womit die Prämienzahlungen an sogenannte anderweitige Verpflichtungen gekoppelt werden. Bei Verstoß gegen diese Verpflichtungen können die Direktzahlungen bis zu 100% gekürzt werden. Inhalt dieser Verpflichtungen sind 19 Verordnungen, die Erhaltung der landwirtschaftlichen und ökologischen Zustandes sowie das Grünlanderhaltungsgebot. Da auf die Landwirte und Gärtner strenge und komplexe Anforderungen zukommen , bietet der Ökoring zusammen mit der Bioland Beratung GmbH ab dem nächsten Jahr ein von der EU gefördertes Beratungsystem an, um die Landwirte dahin gehend zu beraten, das alle Cross Compliance Anforderungen erfüllt werden. (Nina Kitzig) |
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