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Kompetenzzentrum Ökolandbau Niedersachsen
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oeko-komp 2005 präsentiert Trends der Biobranche
20.01.2005 - Land und Forst

v. L: Wilfried Stegmann, Koordinator für die Messe, KÖN-Geschäftsführer Ulrich Proling-heuer und Gert Lindemann, Staatssekretär irr niedersächsischen Landwirtschaftsministen um, eröffnen die oeko-komp 2005. fotos:. Mitze

 

 

Die in der vergangenen Woche zum dritten Mal vom Kompetenzzentrum für Ökolandbau in Norddeutschland (KON) veranstaltete Biofachmesse „oeko-komp 2005" hatte sich das Motto „Vermarktung - Verarbeitung - Landwirtschaft" auf die Fahnen geschrieben und damit eine Ausrichtung auf diese drei Bereiche klargestellt.

 

Zufriedene Gesichter bei den 80 Ausstellern der Biomesse -trotz der von 1000 auf 800 gesunkenen Besucherzahl. Gute Geschäftsabschlüsse und Kontakte machten vor allem die Landtechnik-Anbieter. Dichtes Gedränge herrschte auch bei den Ausstellern für Etiketten, Waagen und Düngemittel.
  „Der Biomarkt ist eine Wachstumsbranche mit einem Umsatzplus von mehr als 10 % im ver­gangenen Jahr", betonte Gert Lindemann, Staatssekretär im nieder­sächsischen Land­wirtschafts­ministerium, bei der Ausstellungs­eröffnung. Allerdings seien auch die ökologischen Betriebe von den fallenden Erzeuger­preisen, etwa bei Kartoffeln und Milch, betroffen. Doch die Ökobranche lässt sich etwas einfallen, um ihre Chancen am Markt zu verbessern, das wurde auch in Bad Fallingbostel deutlich. Sei es durch das Abrücken von gebräuchlichen Ver­marktungs­strategien und die Aus­richtung auf Bedürfnisse des Marktes, wie im Fleisch­bereich oder durch eine Rück­besinnung auf alte Pflanzen­sorten mit guten Eigen­schaften und einem Aufsehen erregenden Erscheinungsbild, etwa  bei  der  Kartoffel­sorte „Blauer Schwede".
  Neu ist auch ein Zugehen auf den Verbraucher, der durch die Zahlung eines Preisauf­schlages zum Erhalt landwirtschaftlicher Betriebe beitragen soll. Josef Jacobi von der Upländer Bauern­molkerei in Willingen-Usseln ist überzeugt vom Gelingen dieses interessanten Vorhabens. „5 Cents fehlen uns pro Liter", sagt der Biobauer, „um kostendeckend wirtschaften zu können."

Ein Teil der Milch aus dem kleinen Molkerei­betrieb, die in Naturkost­läden und beim Lebens­mittelhändler gut zum Verkauf kommt, trägt deshalb von dieser Woche an ein 5-Cents-fair-Preis-Etikett.
Der Verbraucher kann mit einem Griff zu dieser Milchtüte die heimischen Milchbauern ganz direkt unterstützen. Entwickelt wurde das Vorhaben von den 32 bäuerlichen Betreibern der Molkerei nach einem schweizerischen Vorbild. Unterstützung leistet die Bundesanstalt für Milch­forschung in Kiel mit einer begleitenden Befragung der Verbraucher.
 Wer meint, dass Auflagen im Bereich von Natur- und Tierschutz in ökologisch wirtschaftenden Betrieben kein Thema sei, hat weit gefehlt. Große Resonanz fand der Infostand des KÖN über die Cross Compliance-Re­gelungen im Rahmn der GAP-Reform   sowie   eine parallele Vortrags­veranstaltung zum Thema.  Uwe Hornischer gleichzeitig Ökoring-Berater kennt die Knackpunkte auf den Biobetrieben: „Vor allem hapert es bei der Pflanzenschutzmittellagerung."  Grund dafür seien wohl die geringen Mengen von in der Regel Kupfer- oder Pyrethrum-Präparaten, die auf den Biohöfen zur Anwendung kämen. Kritisch sehe es manchmal auch bei der Diesellagerung, besonders an den Abfüllstellen aus. Dagegen seien Auflagen zu Fruchtfolgen oder Humusbilanzen auf den Biobetrieben in der Tat kein Thema. Neu für alle Landwirte ist die vollständige Dokumentationspflicht, bei der nach Ansicht von KÖN-Mitarbeiter Wilfned Dreyer eine Checkliste für den gesamten Betrieb äußerst nützlich sein werde. Heidrun Mitze


 

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Ist „Linda" noch zu retten?

 

 

 

 

 

Kurz vor Ablaufen des Sortenschutzes wurde die Kartoffelsorte Linda vom Markt genommen. 2005 wäre der gebührenfreie Nachbau dieser Sorte für alle Landwirte möglich geworden. Linda ist die bekannteste und beliebteste Sorte bei Öko-Kunden, die ihre Kartoffeln direkt beim Erzeuger kaufen. Die Züchter Böhm/Europlant begründen diesen Schritt mit schlechten Erfahrungen mit anderen freigegebenen Sorten, die ohne Sortenschutz zu Dumpingpreisen angeboten wurden, auch im Hinblick auf ihre
Vertragsvermehrer. Daneben könne bei ungesteuertem Anbau und ungenügender Produktionstechnik das Qualitätsniveau in kürzester Zeit sinken, sodass die hohen Erwartungen der Verbraucher nicht mehr zu erfüllen seien.
In diesem Jahr wird es noch genügend zertifiziertes Pflanzgut geben, jedoch kein Basis-Pflanzgut mehr. Bis die neuen Sorten allgemein bekannt sind, befürchten viele Öko-Bauern - ausgelöst durch Orientierungslosigkeit ihrer Kunden - einen drastischen Einbruch in der Kartoffeldirektvermarktung.
  Der Züchter Karsten Ellenberg aus Barum bei Uelzen plant nun einen „Linda-Freun-deskreis" unter Bauern und Verbrauchern ins Leben zu rufen. Gleichzeitig hat er beim Bundessortenamt in Hannover eine Wiederzulassung von Linda beantragt. Dr. Ute Zöllner

 


 
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